Praxis 2025: Wie Ihre Praxis digital wird

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Die Bundesregierung hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Damit wir international nicht den Anschluss verlieren, soll bis 2025 ein digitales Gesundheitswesen stehen. Das ist mittlerweile sogar im Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung im Gesundheitswesen - kurz digiG – gesetzlich verankert. In knapp einem Jahr sollen deshalb viele Prozesse im medizinischen Bereich  digital ablaufen. Für Arztpraxen ergeben sich daraus ein paar Herausforderungen - aber auch viele Chancen.
 
Wir zeigen Ihnen hier, was sich konkret durch digiG für Sie ändert. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie selbst an den Stellschrauben drehen können, um von innovativen Technologien bis hin zu automatisierten Instrumenten der Patientenkommunikation zu profitieren.

Arztpraxen werden digital

Die gute Nachricht vorab: Immer mehr Arztpraxen profitieren in Deutschland von der Digitalisierung und Ärzt:innen stehen ihnen zunehmend offen gegenüber: In einer Umfrage vom November 2020 sowie im PraxisBarometer der Kassenärztlichen Bundesvereinigung von 2023 gaben rund 2.500 der befragten  Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen an:
  •  74 % der befragten Ärztinnen und 63 % der männlichen Kollegen sehen die Digitalisierung im Gesundheitswesen als Chance
  • Jeder zweite Befragte des PraxisBarometers gab an, bereits „mehrheitlich bis nahezu komplett“ digital zu dokumentieren und zu kommunizieren. Vor drei Jahren war es erst ein Drittel
  • Beim elektronischen Arztbrief stieg der Anteil derjenigen, die Befunddaten und Arztbriefe digital empfangen oder versenden, von unter 20 % im Jahr 2021 auf rund 35 % im Jahr 2022
  • Im März 2023 nutzten rund 18 % der befragten Verbraucher die Möglichkeit von Online-Rezepten. Bei der Online-Terminvereinbarung waren es 39 %
Die Nachfrage bei den Patient:innen ist also durchaus schon sichtbar und wird sich in den kommenden Monaten sicherlich verstärken. Hier kann jede Praxis aktiv handeln und das Angebot an seine Patient:innen sukzessive erweitern. Wir informieren Sie über Ihre Möglichkeiten mit jameda – sprechen Sie uns gerne an.
 
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Große Teile der Bevölkerung wollen ihre Arzttermine online buchen.

Die Digitalisierung läuft schon – doch was steht an?

ePA - Gesetzlich Versicherte haben bereits seit 2021 Zugriff auf ihre elektronische Patientenakte (ePA). Darin speichern Ärzt:innen medizinische Befunde und Informationen aus Untersuchungen und Behandlungen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch den schnelleren Zugriff auf Patientendaten werden Doppeluntersuchungen überflüssig und es bleibt mehr Zeit für die eigentliche Behandlung.

Im Digitalgesetz der Bundesregierung sollen die gesetzlichen Krankenkassen ab 2025 verpflichtet werden, die ePA für die Versicherten automatisch einzurichten.

2024-02-29 16_41_43-Fragen und Antworten zum kommenden Digital-Gesetz

 

Digitale E-Rezepte werden zum Teil bereits umgesetzt. Die Idee dahinter: Eine lückenlose, weitgehend automatisierte digitale Medikationshistorie für jeden Versicherten und jede Versicherte verhindert unerwünschte Wechselwirkungen von Medikamenten und erspart Patientinnen und Patienten umständliche Wege, so die Bundesregierung. Praxisbesuche für Folgeverordnungen im selben Quartal werden reduziert – das gilt auch nach einer Videosprechstunde.

Seit dem 1. Juli 2023 ist es zudem möglich, E-Rezepte mit der elektronischen Gesundheitskarte ohne PIN direkt in der Apotheke einzulösen, Apotheken und Arztpraxen sind inzwischen vielerorts technisch entsprechend ausgestattet. Seit Januar 2024 ist das E-Rezept für die Verordnung von Arzneimitteln für gesetzlich Versicherte sogar verpflichtend. Seit dem müssen bundesweit alle (Zahn-)Ärztinnen und (Zahn-)Ärzte sukzessive auf das E-Rezept umgestellt haben. Wer das E-Rezept nicht unterstützt, muss nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums mit einer Honorarkürzung von voraussichtlich 1% rechnen. Laut dem Digital-Gesetz sollen E-Rezepte weiterentwickelt, als verbindlicher Standard in der Arzneimittelversorgung etabliert und ein weiterer Zugangsweg per ePA-App eröffnet werden.

Digitale Dokumentation und Abrechnung: Die Umstellung von papierbasierten auf digitale Dokumentationssysteme und Abrechnungsprozesse ist im Gange, um Arbeitsabläufe zu optimieren. Der PraxisBarometer hat gezeigt, dass mehr als 80 Prozent der befragten Arztpraxen die Patientendokumentation nahezu komplett oder mehrheitlich digitalisiert – im Vorjahr lag dieser Wert bei 69 Prozent. Besonders gut machen es Praxen mit hohem Patientenaufkommen.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden laut dem Digital Gesetz tiefer in die Versorgungsprozesse integriert und ihr Einsatz transparent gemacht. Die DiGA sollen zudem auf digitale Medizinprodukte der Risikoklasse IIb ausgeweitet werden – somit sind sie auch für komplexere Behandlungsprozesse, z.B. für das Telemonitoring, geeignet.

E-Arztbrief: Den größten Nutzen in der digitalen Kommunikation versprechen sich die meisten Praxen vom eArztbrief. Rund 70 Prozent der durch das PraxisBarometer befragten Ärztinnen und Ärzte setzten ihn auf Platz 1, gefolgt von der digitalen Übermittlung von Befund- und Labordaten.

Allerdings gibt es noch technische Hürden beim Empfang und Versand von eArztbriefen – hier soll nachgebessert werden.

Terminvergabe und Kommunikation: Viele Arztpraxen bieten mittlerweile Online-Terminvergabe und digitale Kommunikationsmöglichkeiten an. Das bringt Vorteile für beide Seiten: Ihr Praxismanagement wird optimiert und Patient:innen erreichen Sie besser.

Telemedizin: Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass Telemedizin und Videosprechstunden durchaus nützlich sind. Einige Arztpraxen nutzen sie weiterhin. Das PraxisBarometer zeigt: Der Anteil der Praxen, welche diese Möglichkeit anbieten, ist gegenüber dem Vorjahr fast gleich geblieben (37 Prozent). Den schnelleren Weg der Kontaktaufnahme via Videotelefonie erachten Ärztinnen und Ärzte als gute Möglichkeit für die Besprechung von Untersuchungsergebnissen oder für ein Anamnesegespräch. Für das Arzt-Patienten-Gespräch mit Diagnostik, Untersuchungen und Therapien sei jedoch weiterhin der persönliche Kontakt geeigneter.

Im Digital Gesetzt wird die Telemedizin künftig fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung und die Mengenbegrenzungen aufgehoben.

2024-02-29 16_49_01-PRAXISBAROMETER DIGITALISIERUNG 2022 - Schlussfolgerungen der KBV

Quelle: https://www.kbv.de/media/sp/KBV_PraxisBarometer_Digitalisierung_2022.pdf

Ihre digitale Praxis – in 7 Schritten

Das Gesetz der Bundesregierung zeigt: Die Digitalisierung in den Arztpraxen kommt. Packen wir es an - mit den ersten wichtigen Schritten digital werden.
 
  1. Digitale Patientenakten einführen: Führen Sie in Ihrer Praxis eine elektronische Patientenakte (ePA) für die Speicherung von Patientendaten, Befunden und Behandlungsverläufen ein. Unser Tipp: Nehmen Sie sich Zeit, Ihr Personal im Umgang mit digitalen Akten und Datenschutzrichtlinien zu schulen.
  2. Einführung von E-Rezepten: Bieten Sie Ihren Patient:innen den Service von E-Rezepten an und gelangen Sie zu einer effizienteren und sichereren Verschreibung von Medikamenten in Ihrem Praxisalltag. Auch hier sollten Sie Ihre Mitarbeiter:innen schulen und mit den Apotheken vor Ort in Kontakt treten, um die Abläufe zu optimieren.
  3. Online-Terminvergabe und Patientenkommunikation: Online-Terminvergabesysteme sind heutzutage ein Muss - nicht nur für eine effizientere Terminplanung für Ihr Praxisteam, sondern auch als Erleichterung für Ihre Patient:innen. jameda bietet hierfür hervorragende Lösungen - sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne.
  4. Telemedizinische Angebote integrieren: Telemedizin und Videosprechstunden runden Ihr Angebot ab und ersparen Ihren Patient:innen so manchen Weg in Ihre Praxis. Dass technisch alles funktioniert, ist Voraussetzung und sehr wichtig. Schulen Sie Ihr Team und stellen Sie eine gute technische Infrastruktur zur Verfügung. Wir beraten Sie gerne. Sie haben schon ein jameda-Profil? Vergessen Sie nicht, Ihre Videosprechstunde online zu bewerben. Sie haben Fragen zu unserem Premium-Paket Gold-Pro für mehr Sichtbarkeit und komfortables Online-Terminmanagement - kontaktieren Sie uns.
  5. Automatisierung von Arbeitsprozessen: Innovative Softwarelösungen, um administrative Aufgaben wie Terminerinnerungen, Rechnungserstellung und Abrechnung zu automatisieren, dürfen in einer modernen Praxis nicht fehlen. Die Prozesse sind teilweise Neuland für Ihr Personal und bedeuten am Anfang einen Mehraufwand. Motivieren Sie Ihr Team.
  6. Datenschutz und IT-Sicherheit gewährleisten: Sparen Sie nicht an IT-Sicherheitsmaßnahmen, um die Integrität und Vertraulichkeit von Patientendaten zu schützen. Robuste Datenschutzrichtlinien und –praktiken sind hier wichtig. Passend zum Thema können Sie unser eBook über Cyber Security mit einem Klick herunterladen.
  7. Fortlaufende Schulung und Anpassung: Nehmen Sie Ihr Team mit und sorgen Sie für kontinuierliche Weiterbildung, um sicherzustellen, dass es mit den neuesten Technologien und Verfahren vertraut ist.

Der Übergang in die digitale Welt vollzieht sich rasant. Seien Sie vorne mit dabei und stellen Sie Ihre Praxis schon jetzt Schritt für Schritt um. Wir unterstützen Sie gerne und finden gemeinsam mit Ihnen die für Sie passenden Lösungen.