Gesundheitsrisiko Klimawandel: Das können Sie Patient:innen empfehlen

Titelbild des jameda Blogposts zum Thema "Gesundheitsrisiko Klimawandel"

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Gesundheit von Patient:innen? Welche Maßnahmen können Sie als Ärztin oder Arzt zur Prävention empfehlen? Alle Antworten liefern wir in diesem Beitrag.

Der Klimawandel im 21. Jahrhundert

In unserer Gegenwart beschreibt der Klimawandel alle Auswirkungen auf die Natur, Pflanzen- und Tierwelt und vor allem die Lebensqualität von Menschen. Dabei sind alle klimatischen Veränderungen, die sich in immer häufiger auftretenden Extremwetterereignissen wie Hitzewellen, Dürre und Starkregen niederschlagen, Teil einer regelrechten Erwärmungsserie: Neun der zehn wärmsten je in Deutschland gemessenen Jahre liegen im 21. Jahrhundert.

Es ist keine Überraschung, dass sich diese Entwicklung auch auf die Gesundheit auswirkt. Das größte durch die Klimaerwärmung bedingte Gesundheitsrisiko ist die Hitze.

Welche gesundheitlichen Auswirkungen der Klimawandel mit sich bringt und wie Sie Ihre Patient:innen darüber aufklären können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels

Die Klimawirkung mit dem derzeit größten Einfluss auf die menschliche Gesundheit ist die zunehmende Hitzebelastung. So sind Hitzewellen und sogenannte Tropennächte auch in Deutschland deutlich spürbar. Bestimmte Gruppen wie Personen ab 65 Jahren sind besonders von den gesundheitlichen Risiken hoher Temperaturen betroffen. Diese reichen von Hitzeerschöpfung und Sonnenbrand bis hin zum gefährlichen Hitzekollaps.

Mit den zunehmenden Sonnentagen steigt auch die UV-Strahlung, die eine ganze Reihe von gesundheitlichen Folgen mit sich bringt. Akute, kurzfristige Konsequenzen sind beispielsweise Sonnenbrände, Entzündungen im Auge und allergische Reaktionen wie eine Sonnenallergie. Zu den schwerwiegendsten Langzeitfolgen gehören Hautkrebserkrankungen, Krebserkrankungen am Auge und Grauer Star. Auch die vorzeitige Hautalterung zählt zu den langfristigen Folgen intensiver Sonneneinstrahlung.   

Zudem begünstigt der Klimawandel das Auftreten von Atemwegserkrankungen. Infolge der globalen Klimaerwärmung werden aber auch zunehmend Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan und Stickstoffdioxide freigesetzt, die sich in der Atmosphäre anreichern und die Abstrahlung der Sonnenwärme verhindern. Dies führt vor allem bei Hitze vermehrt zu Atemwegserkrankungen, da Temperaturen ab 25°C bereits das Atmen erschweren können.

Die weltweite Klimaerwärmung beeinflusst außerdem die Blühzeiten von Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Getreiden: Sie blühen früher, länger und bilden dabei größere Pollenmengen aus. Auch die zunehmende CO2-Konzentration erhöht die Menge an Pollen. Sie potenziert zudem die Allergenität der Pollen, da sie mit einer hohen Belastung durch Luftschadstoffe einhergeht. Somit sind Menschen mit Allergien heute viel länger durch Pollenflug belastet. Die Haut und Schleimhäute werden über mehrere Monate hinweg gereizt und das allergische Asthma verstärkt sich.

Ärztliche Empfehlungen für Patient:innen, die von gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind

Der Klimawandel beeinflusst die menschliche Gesundheit in vielfältiger Weise. Um die Gesundheit Ihrer Patient:innen zu stärken, haben wir im Folgenden die wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen klimatisch bedingte Gesundheitsrisiken zusammengefasst.

Die Gesundheitsrisiken von Hitze und was Sie Patient:innen empfehlen können

Ist der menschliche Organismus nicht nur tagsüber, sondern auch nachts starker Hitze ausgesetzt, kann er sich nicht richtig erholen. Als Folge der andauernden Hitzebelastung können Hautausschläge, Wadenkrämpfe und Schwellungen in den Beinen auftreten. Bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen können sich verschlimmern oder neu auftreten.

Folgende Empfehlungen können Sie Ihren Patient:innen mit auf den Weg geben:

  1. Ihre Patient:innen sollten ihren Tagesablauf der Hitzeentwicklung anpassen, indem sie beispielsweise körperliche Aktivitäten auf die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen.
  2. Besonders wichtig ist es, für ausreichend Sonnenschutz zu sorgen, wenn sie ins Freie gehen.
  3. Auch die Aufnahme von genügend Flüssigkeit ist essenziell – am besten in Form von Wasser oder ungesüßten Tees – , ebenso wie leichtes Essen und ausreichend Mineralstoffe.
  4. Empfehlen Sie Ihren Patient:innen zudem, ihre Wohnung und sich selbst möglichst kühl zu halten.
  5. Vor der Einnahme von Arzneimitteln sollten Ihre Patient:innen Sie konsultieren, um die Medikamente auf Hitzeverträglichkeit prüfen zu lassen. Außerdem sollten sie sie ordnungsgemäß lagern.
  6. Plötzlich auftretende Symptome wie Schwindel, Schwäche, starker Durst oder Kopfschmerzen sollten ernst genommen werden. Motivieren Sie Patient:innen, bei anhaltenden Beschwerden Ihre Praxis aufzusuchen.

Schutz vor UV-Strahlung: So können Ihre Patient:innen die Sonne sicher genießen

Wer sich nicht ausreichend vor der Sonne schützt, riskiert einen Sonnenbrand, eine Sonnenallergie oder Augenentzündungen. Dies sind zusammen mit der Bräunung sichtbare Zeichen dafür, dass die UV-Strahlung der Sonne die Haut geschädigt hat. Zwar regeneriert sich die Haut wieder, doch UV-Strahlung hinterlässt auch unsichtbare Schäden. Und die können auf lange Sicht gefährlich werden. 

Was Ihre Patient:innen gegen UV-Strahlung tun können:

  • Sie können ihren persönlichen Hauttyp bestimmen lassen – je heller die Haut, desto empfindlicher ist sie gegenüber UV-Strahlung.
  • Es lohnt sich, sich regelmäßig über den UV-Index in der Region zu informieren. Er dient als Orientierungshilfe zur tagesaktuellen maximalen Stärke der UV-Strahlung. Ein UV-Index von 1 oder 2 gilt als unbedenklich, ab 3 ist Sonnenschutz erforderlich und ab 8 absolut notwendig.
  • Weisen Sie Patient:innen darauf hin, sonnengerechte Kleidung zu tragen und alle unbedeckten Körperstellen mit einem Sonnenschutzmittel zu schützen. Dieses sollte alle zwei Stunden erneut aufgetragen werden, um die Schutzwirkung zu erhalten.
  • Im Fall eines Sonnenbrands helfen feuchte, kalte Umschläge und hautberuhigende Lotionen. Bei Bläschenbildung sollten sich Betroffene stets ärztliche Hilfe holen und auf gar keinen Fall die Bläschen selbst öffnen, da eine erhöhte Entzündungsgefahr besteht.
  • In Verbindung mit einigen Arzneimitteln und Kosmetika kann bereits ein wenig UV-Strahlung Hautreizungen verursachen. Patient:innen sollten sich daher vorab bei Ihnen erkundigen.
  • Patient:innen sollten ihre Haut zudem im Rahmen einer Hautkrebsfrüherkennung regelmäßig alle zwei Jahre untersuchen lassen.

Gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels sind nicht zu unterschätzen

Auch hierzulande zeigen sich die Veränderungen des Klimas in Form der Erderwärmung als Extremwetterlagen. Dies stellt Ärztinnen und Ärzte sowie Patient:innen vor neue Herausforderungen. Denn der Klimawandel macht Menschen derzeit per se nicht direkt krank, aber führt dazu, dass sich bestehende Erkrankungen verschlechtern und sich das Risiko für gesundheitliche Schäden erhöht.

Wirksame Vorsorge besteht vor allem in gesundheitlicher Aufklärung. Diese funktioniert auch über digitale Anwendungen, wie z.B. eine Online-Terminvereinbarung, über die Sie Ihre Patient:innen kontaktieren und an Routine- und Vorsorgeuntersuchungen erinnern können. Gerne beraten wir Sie rund um alle Themen zur digitalen Praxis.

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